Timo in Korea

Studenten der DHBW Mosbach haben die Möglichkeit, das vierte Theoriesemester an einer Universität im Ausland zu verbringen. Ich, als Student im Studiengang International Business am Campus Bad Mergentheim, bin so an die Chung-Ang University in Seoul, Südkorea verschlagen. Für vier Monate lebe und studiere ich in einer der größten Metropolen der Welt und erlebe dabei nicht nur die kulturellen Unterschiede des Studentenalltags, sondern lerne auch viele neue Leute aus Korea und aus aller Welt kennen.

Land trifft Stadt: Von Künzelsau nach Seoul

Die vielen neuen Eindrücke, die man dabei gewinnt erschlagen einen anfangs. Da kommt man aus dem beschaulichen Künzelsau und Bad Mergentheim in eine Stadt mit über 20 Millionen Einwohner in einem Land, in dem man nicht nur die Sprache nicht versteht, sondern indem in dem einem sogar die Schrift unbekannt ist.

Wirklich hilfreich für die anfängliche Orientierung und die organisatorischen Dinge war daher mein Buddy, der inzwischen zu einem von vielen koreanischen Freunden geworden ist. Tatsächlich sind die Koreaner ein in Fernost einmalig aufgeschlossenes und geselliges Volk. Gemeinsames Essen- und vor allem Trinkengehen gehört dort zur Tagesordnung, die wir International Students schnell übernommen haben. Zu ruhig oder gar langweilig wird es auf und um den wunderschönen Campus nahe des Stadtzentrums daher nie.

Korea erleben

Die Stadt Seoul selbst birgt eine Unmenge an Möglichkeiten unterschiedlicher Aktivitäten, die es problemlos ermöglicht hätten, mein gesamtes Semester hier zu verbringen, ohne die Stadt auch nur einmal zu verlassen. Trotzdem ist die Stadt, wie das ganze Land, touristisch kaum erschlossen, weshalb man mit Ausnahme eines internationalen Stadtteils überraschend wenigen Ausländern auf den Straßen begegnet. Und wenn man welche aus dem Westen trifft, sind es fast immer auch Exchange Students an anderen Seouler Universitäten, US-Soldaten oder deren Angehörige. Das moderne Korea kann man also ‘pur’ erleben. Aber natürlich waren wir nicht nur in den Straßen, Malls, Museen, Clubs, Stadien, Palästen und Parks Seouls unterwegs, sondern sind auch im Land herumgereist. Zum Beispiel waren wir in der demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea, wo wir uns auch für einige Minuten auf Nordkoreanischem Boden aufhalten konnten, in Busan, der zweitgrößten koreanischen Stadt im Süden direkt am Meer,  auf der EXPO in Yeosu und auf der Subtropeninsel Jeju.

Und weil ich nun schonmal in Asien bin, habe ich auch einige andere Länder dort besucht. Meistens mit anderen Studenten auf eigene Faust mit Back Pack, in Peking allerdings sogar mit persönlichem “Stadtführer”, einem Chinesen, den ich bei einem STUBE-Seminar über Würth in Deutschland kennengelernt habe und der inzwischen wieder in seiner Heimat lebt.

Studieren in Seoul

Und – nicht zu vergessen – studiere ich hier auch. In koreanischen Kursen, aber mit internationalen Professoren und auf Englisch. Als DHler kann ich hier nicht nur den Unterschied der DHBW zu einer Universität feststellen, sondern auch den zweier völlig unterschiedlicher Bildungssysteme. Nach dem koreanischen richten sich die Zukunftschancen eines Studenten praktisch ausschließlich nach dem Namen der Universität und den dort erlangten Noten. Auch wenn sie den ersten Schritt zu einer der besten Universitäten in Korea bereits geschafft haben, kann man hier deshalb während den Klausurphasen beobachten, wie Studenten – wenn sie nicht schon dort übernachten haben – morgens um 5 Uhr vor der Hauptbibliothek Schlange stehen, um dort den ganzen Tag zu büffeln. Auch ich bin hier nicht arm an Arbeit, obwohl z.B. Gruppenarbeiten in internationaler Zusammensetzung durchaus großen Spaß machen.

Letztlich, denke ich, sind es aber die Erfahrungen mit den Menschen und die Herausforderungen des Lebens in einem fremden Land, das eine Zeit lang mein Zuhause gewesen sein wird, die ich nie vergessen werde und die mich reifen lassen!