Allgemein 21.11.2012

Zusatzqualifikation “Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen”

Samstagmorgen, 8.05 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, Tatort Kaufmännische Berufsschule Künzelsau: Einige Schülerinnen und Schüler sitzen mit großen Augen, gespitzten Bleistiften und Ohren sowie voller Erwartung, für welche interessanten Themen sie heute morgen wohl aufgestanden sind, auf den Schulbänken. Sie alle machen die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel oder Industriekaufmann/-frau mit Zusatzqualifikation “Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen” – wenn man den Titel dieses Ausbildungsberufes und der Zusatzqualifikation nennt, wird man meist erstmal fragend angeschaut.

Doch zurück zum Anfang: Wer sind diese Menschen, die an einem Samstagmorgen in der Berufsschule sitzen? Hinter der Bezeichnung “Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen” verbirgt sich eine Zusatzqualifikation, die im Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel oder Industriekaufmann/-frau fakultativ gewählt werden kann. Voraussetzung neben dem Interesse an Fremdsprachen und internationalen betriebswirtschaftlichen Abläufen im Außenhandel ist ebenso das Abitur oder die Fachhochschulreife. Mit dieser Vorbildung verkürzt sich die Ausbildungszeit gemäß Berufsbildungsgesetz außerdem auf 2,5 Jahre.

Immer wieder Samstags…

Der Unterricht der Zusatzqualifikation findet Samstags statt. Richtig gelesen, samstags. Was im ersten Moment vielleicht mit den Worten “unvorstellbar” oder “niemals” assoziiert wird, stellt sich bei genauerem Hinsehen als gar nicht so schlimm heraus. Neben einem Schultag unter der Woche wird man an zwei bis drei Samstagen im Monat in den Fächern der Zusatzqualifikation unterrichtet. Von 8.05 Uhr bis 13.05 Uhr verbringt man also seine Zeit in den Klassenräumen der Kaufmännischen Schule. Und was passiert dann?

Perfekte Ergänzung von Theorie…

In der Berufsschule decken vier Fächer die Zusatzqualifikation ab: Internationale Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Controlling und Englisch sowie als weitere Fremdsprache Französisch oder Spanisch.
Im Fach Internationale Volks- und Betriebswirtschaftslehre werden alle wichtigen Themen rund um den Außenhandel abgedeckt: Import- und Exportabwicklung, Zahlungsbedingungen und Absicherungsmöglichkeiten von Risiken bei Warenbewegungen mit dem Ausland. Durch das Fach Controlling eignet man sich darüber hinaus fundiertes Wissen zur mittel- und langfristigen Planung und Steuerung eines Unternehmens an. Zwar ist dieses Fach sehr theorielastig, allerdings erkennt man bei genauerem Betrachten des Stoffes Parallelen zur Praxis und kann das Gelernte auf das eigene Unternehmen übertragen. Kommunikation jeder Art, sei es das Erstellen eines Angebotes, die Abwicklung eines Problemfalls oder die Weitergabe von Lieferungs- und Zahlungsbedingungen, mit Kunden oder ausländischen Geschäftspartnern stellt durch Englisch und die weitere gewählte Fremdsprache Französisch oder Spanisch auch kein Problem mehr dar und bereitet optimal auf sämtliche alltäglichen Korrespondenzen vor!

…und Praxis!

Der Vorteil der Dualen Ausbildung und dieser Zusatzqualifikation ist außerdem, dass man das in der Theorie Gelernte in der Praxis umsetzen und anwenden kann. Im Unternehmen wird man in Abteilungen eingesetzt, die häufig Kontakt zu ausländischen Geschäftspartnern oder Gesellschaften haben, z. B. im Export. Hier kann man die Facetten des Groß- und Außenhandels live erleben! Neben den Abteilungsdurchläufen rundet ein drei- bis vierwöchiges Auslandspraktikum in einer Auslandsgesellschaft der Würth-Gruppe die Zusatzqualifikation ab! Dabei kann man die Arbeitsweise in einer anderen Kultur kennenlernen und nebenbei noch die Fremdsprachenkenntnisse erweitern.

Und zu guter Letzt…

…erhält man nach erfolgreichem Bestehen seiner Ausbildung und der Zusatzqualifikation die Auszeichnung “Assistent für Fremdsprachen”! Engagement, dass sich gleich dreimal auszahlt. Dafür geht man doch gerne Samstags in die Schule!