Namaste – mein Auslandspraktikum in Indien

Namaste

Wie einst Marco Polo bin ich fasziniert von der Magie Indiens. Indien ist nicht nur das Land der Farben, sondern ebenso das Land der kontrastreichen Gegensätze. Die Unterschiede zwischen Nord und Süd sind von gleichem Ausmaß wie die Unterschiede zwischen Arm und Reich. Trotz dieser unfassbaren Vielfältigkeit haben sie alle eines gemeinsam. Sie sind alle Inder. 1,3 Milliarden Leute die von morgens bis abends auf den Beinen sind und auf jede nur denkbare Weise versuchen über die Runden zu kommen.

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Kultur

Angefangen von dem Obsthändler auf der Straße, über den  Müllsammler, bis hin zu dem seltsamen Knaben im Aufzug der den ganzen Tag nichts weiter macht, als die Knöpfe von 1-24 auf und ab zu drücken. Die Ursache dieser einzigartigen Berufsauswahl liegt in dem Überschuss an Arbeitskräften. Inhaber von Autowerkstätten würden nie auf die Idee kommen ihren Arbeitern Handschuhe zu kaufen. Der Grund ist naheliegend. In Indien ist es teurer ein paar Handschuhe zu kaufen als eine Arbeitskraft krankheitsbedingt auszutauschen. Banal ausgedrückt. Material ist weit teurer als Humankapital.

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Abseits von dieser Absurdität ist Indien berauschend und die Menschen sehr zuvorkommend. Die offensichtliche Unterwürfigkeit, welche die Inder an den Tag legen, scheint ein Relikt der britischen Kolonialzeit zu sein. In dieser Zeit wurde der indischen Gesellschaft ein erhebliches Stück an Rückgrat entrissen, was bis Dato sehr deutlich zu spüren ist. Weiße, die im Lokaljargon genannten Ghoras, stoßen im täglichen Leben auf zahlreiche Vorzüge. Während indische Paare sich vor Lokalen die Füße Platttreten und nach 40 Minuten noch immer keinen Tisch bereitgestellt bekommen, gelingt es einer indischen Frau mit einem Ghora an ihrer Seite in kürzester Zeit einen Platz mit Blick auf die Straße zu ergattern. (Ich spreche aus Erfahrung ;-))

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Faszination

Im weiteren Sinne ist Mumbai wie ein Moloch, der mich vom ersten Tag in seinen Bann gezogen hat. In dieser Stadt kann man nur überleben, wenn man sich voll und ganz auf die örtlichen Gegebenheiten und Lebensweisen einlässt. Too big to fail, zu dreckig um dort zu leben, aber dennoch zu schön um wahr zu sein. Die Heimat von Bollywood schläft nie und der Verkehr gleicht zu jeder Tages- und Nachtzeit einer Metalllawine die sich mit ohrenbetäubendem Lärm durch Bankenviertel, Wohngegenden, Slums und Industriegebiete schiebt und dabei einen Smog erzeugt, wie es für unsereiner nur schwer vorzustellen ist. 18 Millionen Menschen leben in dieser Stadt und stellen somit eine größere Wirtschaftsmacht, als Österreich, die Schweiz und Südtirol zusammen. Das gesamte Spektakel findet auf einer Fläche von 603 km2 statt.

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Kulinarische Köstlichkeiten

Obwohl Inder ein sehr bescheidenes Leben führen und unser täglicher Luxus in Europa hier einer utopischen Vorstellung gleicht, werden sie für eines wahrscheinlich rund um den Globus beneidet. Indisches Essen ist zu gut um es in Worte zu fassen. Die kulinarische Vielfalt dieses Landes ist einzigartig und von derart verschiedenen Gewürz- und Gemüsesorten geprägt, dass es mir beinahe davor graut eine Speisekarte in einem deutschen Lokal in den Händen zu halten. Diese Aussage soll keineswegs das europäische Essen schlecht machen, sondern lediglich auf die Vielfalt und Abwechslung der indischen Küche hinweisen.  Zusammengefasst bin ich froh hier gelandet zu sein….würde mir jemand von all dem erzählen, würde es mir schwer fallen die Hälfte zu glauben.

 

Meine Aufgaben

Bei Würth Indien arbeite ich an einem Projekt, dessen Ziel es ist ein „predictive customer churn“ Modell zu entwickeln. Ein Modell dieser Art dient den Verantwortlichen von Würth Indien, um negative Entwicklungen des Kaufverhaltens der Kunden, damit auch eine abnehmende Kundenbindung, frühzeitig zu erkennen und verhilft somit dem Unternehmen zu einem gesunden, stets wachsenden Kundenstamm. Bei der Umsetzung dieses Projekts werde ich sehr offen und hilfsbereit von den lokalen Kollegen unterstützt.

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Beste Grüße aus dem 30 Grad heißen Mumbai!!

 

Autor: Benjamin Mark, Dualer Student: International Business (B.A.)